16. August 201720:30 UhrKino
Architekturzentrum Wien - Staatsratshof
Museumsplatz 1
A-1070 Wien
Wie wirkt sich das Verschwinden der Arbeiterklasse auf die Stadt, auf das Zusammenleben der Bevölkerung oder auf Urlaubsgewohnheiten aus? Stadterweiterung und Nachverdichtung verdrängen oft alteingesessenes Gewerbe, andererseits bringen neue Nutzungen auch neue Tätigkeiten in der Stadt.


The Flying Gardeners
IT 2015, 9:00 min, ohne Sprache, R: Giacomo Boeri & Matteo Grimaldi

Ab den späten 1920er Jahren entstand südlich der Innsbrucker Conradkaserne in mehreren Bauetappen eine Siedlung, die seit dem 2. Weltkrieg den inoffiziellen Namen „Stalingrad“ trägt. Als die Nationalsozialist*innen an die Macht kamen, wurden die letzten Baracken dieser Gegend abgerissen und die restlichen Wohnungen errichtet. Das Gebiet war ein Experimentierfeld des Sozialen Wohnbaus, in dem neue Haustypologien und neue Materialien ausprobiert wurden. Die Wohnblocks waren, im Gegensatz zum eher „gehobenen“ Sozialwohnbau, vor allem für ärmere Bevölkerungsschichten, Barackenbewohner*innen und Kriegsheimkehrer vorgesehen. Der Ruf der berühmt-berüchtigten Siedlung war nach außen hin nie besonders gut, intern allerdings war von Nachbarschaftshilfe und einem engen Zusammenhalt untereinander die Rede. Die „Stalingradler*innen“ fühlten sich größtenteils sehr wohl in ihren Wohnungen und sind noch heute stolz auf die Siedlung.


„The Show Must Go On“
EE/AT 2016, 6:00 min, ohne Sprache, R: Laurien Bachmann & David Wittinghofer

Als Adnan ein kleiner Junge war, brachte ihm sein Vater vor der Küste Beiruts das Fischen bei. Sie lebten in einem Haus und blickten über grüne Terrassengärten und Bäume auf das Meer. Heute sind die Gärten verschwunden, Adnan hat sein Haus verloren, ein grauer Hochhausdschungel versperrt den Zugang zum Meer. Durch das Projekt IRIS, initiiert von dem libanesischen Architekten Karim Najjar, versuchen die Fischer heute wieder ihren Zugang zur Küste zu erstreiten. IRIS bietet ihnen eine Plattform, dient als Fischersteg und versorgt ganz nebenbei durch die Kraft der Wellen die Fischerhäuser mit Strom. Die entwurzelten und von der Stadt verschluckten Fischer gewinnen so langsam ihre Lebensgrundlage zurück.


19:30
AT 2016, 14:25 min, dOF, R: Simona Reisch

"Slumbering Concrete" ist der Titel einer Dokumentarfilmreihe über die fortschrittlichen Ambitionen und das kontroverse Schicksal modernistischer Architektur in der Region Ex-Jugoslawiens. Thema der ersten Staffel sind kroatische Ferienarchitekturen, die – befreit von den Zwängen anderer zeitgenössischer Projekte – Mitte der 60er bis Anfang der 70er Jahre ein wichtiges architektonisches Forschungsfeld darstellten. An ihnen sind die Zeichen einer bemerkenswerten architektonischen Kultur immer noch erkennbar, obwohl viele dieser faszinierenden Gebäude heute leer stehen und verfallen – ein beunruhigender Beweis für das kulturelle Vergessen und für schlecht gehandhabte postsozialistische Privatisierungsprozesse. "Slumbering Concrete - Extended Teaser" stellt alle architektonischen Protagonisten der Serie in ihrem heutigen Zustand vor.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=c1ikSrNxsac


In Kooperation mit wonderland – platform for european architecture und dem MuseumsQuartier Wien
Jury Open Call: Karoline Mayer, Marlene Rutzendorfer, Daniela Schulhofer
Schlechtwetterlocation: Az W Podium