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WienDesign - Loos bis Eoos
Ein Streifzug durch die Designgeschichte der Wiener Interieurs, ausgehend von historischen Meisterwerken wie dem Haus am Michaelerplatz von Adolf Loos und Hans Holleins legendären Shopdesigns führt über Hermann Czechs spezielle Lokale bis zu propeller z schrägen Formen und in EOOS zeitgenössisch multimediale Kommunikationsräume.
01 Haus am Michaelerplatz 1909-1911
Michaelerplatz 3, 1010 Wien
Adolf Loos

Das trotz seiner prächtigen und Materialaufwändigen Erdgeschosszone einst als "Haus ohne Augenbrauen" beschimpfte Gebäude des exklusiven Schneidersalons "Goldmann & Salatsch" ist heute Ziel zahlreicher architektonischer Pilger. Vis à vis des prunkvoll ornamentierten Ensembles der Wiener Hofburg empfand die Öffentlichkeit Adolf Loos´ schlichtes Meisterstück als Stein des Anstosses.
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02 Schneidersalon Knize 1909-1913
Graben 13, 1010 Wien
Adolf Loos

Durch das schmale Marmorportal gelangt man zunächst in einen kleinen Geschäftsraum, der über eine enge Stiege in das großzügige Obergeschoss führt. Hier, in elegant Holzvertäfeltem und mit Loos´scher Präzision gefertigtem Interieur findet sich das Ambiente britischer Herrenausstatter der Jahrhundertwende. 1993 erfolgte eine das Nachbarlokal verbindende Erweiterung von Paolo Piva.
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03 Kerzengeschäft Retti 1964-1965
Kohlmarkt 12, 1010 Wien
Hans Hollein

Der zentralsymmetrische Eingang mit markant darüber liegender elliptischer Ausnehmung und die beiden Auslagennischen sind skulpturhaft in die Aluminiumfassade geschnitten. Auch im Innenraum schmiegt sich der Wandverbau wie aus einem Guss um den zweigeteilten, quadratisch und oktogonalen Grundriss. Als Ikone seiner Zeit besitzt der Entwurf auch 40 Jahre später noch topaktuelle Gültigkeit.
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04 Kleines Café 1970
Franziskanerplatz 3, 1010 Wien
Hermann Czech

Als erstes Lokal seiner Art begründete der Architekt einen für Wien spezifischen Typus, der in noch vielen Varianten folgen sollte. Auf kleinster Fläche, in mehreren Ebenen mit ausgeklügelten Details und Spiegeleffekten bereichert und unter Verwendung von Elementen aus traditioneller Wiener Gastronomie und deren Neuinterpretation wird gewachsene Caféhausatmosphäre angenehm vermittelt.
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05 Apotheke “Zum Löwen von Aspern” 2002-2003
Groß-Enzersdorfer Straße 4, 1220 Wien
ARTEC Architekten

Der große offene Verkaufsraum ist durch in die Sichtbetondecke eingelassene Lichtbänder und thematisch organisierte Regalwände strukturiert. Ein lichtspendender Atriumhof mit Ginkgobaum und ein Klostergarten zur Anpflanzung von Heilkräutern auf dem Dach verleihen dem minimalistischen Konzept eine überaus angenehme und pharmazeutisch entsprechende Verbindung zur Natur.
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06 GIL 1 1999-2000
Mariahilfer Straße 49, 1060 Wien
propeller z

Vollflächig verglast mit einem kühnen "Catwalk" überbrückt der schicke Modesalon den Geist des aufbrechenden neuen Jahrtausends. Gelbgrüne Signalfarbe in Kontrast zu hellen Tönen, kühle industrielle Materialien und Transparenz sind die Devise. Die eigens für den Shop gefertigte, multifunktionale Möblierung verschmilzt passgenau mit dem Raum.
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07 Café-Restaurant ´UNA´ - MuseumsQuartier Wien 1999-2001
Museumsplatz 1 (Staatsratshof), 1070 Wien
Lacaton & Vassal, Feldbacher & Seehof

Einfache Tische und Holzsessel, frei im Raum hängende Kabel der Beleuchtungskörper und eine unverputzte Stirnwand werden von einem Firmament orientalischer Fliesen im historischen Kreuzgewölbe überdacht. Der eigenwillige, äußerst getroffene Stilmix schafft nicht zuletzt durch die großflächigen, beidseitigen Verglasungen exquisite Tages- und Abendstimmung.
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08 Konzeptstore PARK 2003-2004
Mondscheingasse 18-20, 1070 Wien
SPACE Plus

Der völlig weiß gehaltene, reduziert ausgestattete Verkaufsraum, dessen gestalterische Strenge ausgewählte Eames-Möbel-Klassiker gerade noch zulässt, bietet jungen Mode- und Produktdesignern eine räumlich neutrale Präsentationsplattform. Auf zwei Ebenen finden sich neben exklusiven, hochpreisigen Textilkollektionen extravagante Printmedien, Accessoirs und Designobjekte.
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09 A1 Lounge 2003-2004
Mariahilfer Straße 60, 1070 Wien
EOOS

In drei Geschossen findet hier der Versuch statt, umfassendes Einkaufserlebnis zu vermitteln. Das museal anmutende Entrée führt in die haptisch orientierte Produktpräsentation mit neuartigem Einkaufskonzept "shoppen mit dem ghost-handy" im Untergeschoss und mit multimedialen Features untermalt in die schicke Bar im 1. Stock mit Blick auf die pulsierende Mariahilferstraße.
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10 Restaurant Kiang
Rotgasse, 1010 Wien
Helmut Richter, Heidulf Gerngross

Als einer der ersten "modernen Asiaten" ist das Kiang I zum Kultlokal der 1980er Jahre und Vorreiter eines 20 Jahre später weit verbreiteten Gestaltungstypus geworden. Die Materialauswahl im Innenraum - rote Lastwagenplane, Kunststoffsessel, Alutische und Sperrholzvertäfelungen - kreiert gemeinsam mit den öffenbaren Glasflächen der verspiegelten Nischen ein bewußt nicht-wienerisches Ambiente.
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11 Engel am Naschmarkt 2004-2005
Linke Wienzeile 6, 1060 Wien
gaupenraub +/-

Das mit seinen insgesamt 22 m² - inklusive Küche und Gastraum - große Lokal zeichnet sich durch hervorragendes architektonisches Können mit dem Umgang kleinster räumlicher Verhältnisse aus. Aus der Not wurde eine Tugend, die Gäste "blicken dem Koch in den Topf" und genießen äußerst urbanes Ambiente direkt am Puls des Naschmarktes.
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